Hilfe, wieso hab ich ein Google Penalty und was kann man dagegen tun?
Wer sich lange genug mit Suchmaschinenoptimierung beschäftigt, muss sich früher oder später mit Rankingverlusten und Abstrafungen in der Suchmaschine beschäftigen. Im besten Fall, um die eigenen Domains oder Kundendomains davor zu bewahren, im schlimmsten Fall um die eingefangene oder vom Vor-SEO übernommene Bestrafung wieder aufzuheben.
Ich versuche in diesem Artikel, einen Überblick über die verschiedenen Google Penalties zu geben und gehe anschließend ein wenig auf den Umgang damit ein.
Was ist denn überhaupt ein Google Penalty?
Klar, Penalty ist englisch und heißt schlichtweg Strafe. Ein Google Penalty ist demnach eine Bestrafung einer Seite durch Google, also durch die Suchmaschine.
Die Bestrafung erfolgt, je nach Schwere des Vergehens, durch Zurückstufung einzelner Keywords im Ranking und dem daraus resultierendem Sichtbarkeitsverlust über die Zurückstufung aller Seiten, dem Verlust oder der Minderung des Toolbar-PageRanks bis hin zum vollständigen Ausschluß aus dem Suchmaschinenindex.
Wie erkenne ich eine Penalty bei Google?
Das kommt jeweils auf die Art der Bestrafung an!
Die Penalty in Form einer vollständigen Verbannung ist relativ leicht festzustellen. Sollte die Suche nach “site:example.com” keine oder nur noch die Startseite zurückliefern, kann man sich sicher sein von der Suchmaschine ausgeschlossen worden zu sein.
Der Verlust oder die Minderung des Toolbar-PageRanks trifft häufig Linkverkäufer und sollte relativ einfach zu identifizieren zu sein.
Eine Bestrafung durch Zurückstufung im Ranking und daraus resultierendem Sichtbarkeitsverlust ist schon etwas schwerer zu entdecken. Oft werden von Google nur einzelne Seiten im Ranking auf bestimmten Keywords um 30 oder 60 Positionen nach hinten versetzt, was bei einer sehr großen, trafficstarken Seite womöglich nicht sofort auffällt.
Es empfielt sich daher in jedem Fall die Positionen der wichtigsten Keywords sowie eine bunte Auswahl an Long Tail Suchanfragen zu überwachen um rechtzeitig gegensteuern zu können.
Automatische Penalties durch Filter
Da Google nach eigenen Aussagen hunderte kleinere Veränderungen am Algorithmus pro Jahr vornimmt und mit Sicherheit weit über 200 Rankingfaktoren zur Berechnung herangezogen werden, ist eine Erklärung, wie und warum ein Penalty zustande kommt mindestens ebenso schwierig, wie herauszufinden, welche Optimierung man noch vornehmen könnte und wie weit man gehen darf. Diverse spezielle Filter können auf die unterschiedlichsten Faktoren reagieren. Einen spannenden Artikel zum modularen Aufbau des Google Algos hat Dominik heute geschrieben: http://www.boeserseo.com/allgemein/link-klassifizierung-der-modulare-google-algo.html.
Das ist ein typischer Sichtbarkeitsverlauf bei einem Penalty. Zuerst der einmonats-Penalty, sozusagen als Vorwarnung. Dann schläg sechs Monate später der richtige Penalty zu.
Oft sieht man ein massives Abstürzen einzelner Keywords, beispielsweise von der ersten auf die dritte, sechste oder gar neunte Seite. Hierfür sind sehr oft zuviele gleiche Linktexte mit eben genau diesem Keyword gefunden worden.
Sollten gar alle Keywords betroffen sein, außer der eigenen Brand oder wenn man gezielt nach der Domain sucht, ist meist der massive und offensichtliche Linkkauf dafür verantwortlich.
Spamming ist natürlich immer ein guter Grund für Google ein Penalty zu verhängen, ebenso Bad Neighborhood. So hat der Suchmaschinengigant doch die Nutzer und deren Zufriedenheit im Blick, also sorgen Sie stehts für einzigartige Inhalte und falls Sie vorhandene Daten aggregieren stets für einen Mehrwert.
Stichwort ‘Over-Optimization’
Treiben Sie es nicht zu weit! Eine Überoptimierung kann Sie tatsächlich ihr bis dato erreichtes Ranking kosten.
Google bewertet eine Vielzahl von Faktoren, und achtet auf mehr oder weniger eindeutige Signale und Hinweise, wie ein extrem unnatürliches Backlink-Profil um geziehlte Manipulation und allzu offensichtliches Verhalten zu bestrafen.
Manuelle Penalties
Auch wenn Sie Links kaufen, sagen Sie niemals, dass Sie Links kaufen!
Angeblich ist dies tatsächlich passiert: Auf einer der einschlägigen SEO-Konferenzen wurde das Publikum gefragt, wer denn Links kaufen würde und der einzige, der sich freiwillig geoutet hat, wurde promt am nächsten Tag mit einem manuellen Penalty versehen. Natürlich hängen Googles Mitarbeiter nicht nur auf einschlägigen Konferenzen rum, sondern deren Web Spam und Quality Team durchpflügt das Netz und geht Hinweisen auf Manipulationen nach um ggf. eine Bestrafung ‘von Hand’ zu setzen.
Was tun gegen die Penalty?
Haben Sie oder ihr Dienstleister, bewusst oder unbewusst gegen Googles Richtlinien zur Gestaltung und zum Content nicht beachtet oder gegen die technische Richtlinien oder gar die Qualitätsrichtlinien verstoßen, gilt es die unlauteren Maßnahmen schnellstmöglich zu entfernen oder rückgängig zu machen (falls überhaupt möglich), wieder für eine Natürlichkeit zu sorgen und anschließend! in den Google Webmaster Tools einen Antrag auf Wiederaufnahme zu stellen, in dem sie alle Vergehen zugeben und einräumen, dass es ein Fehler war und sie in der Zukunft nicht wieder derartige Methoden einsetzen werden.
Sonderfall Duplicate Content Penalty
Diese Bezeichnung ist mit Vorsicht zu genießen. Offiziell sagt Google ‘there is no duplicate content penalty‘ aber bei vielen Webseiten mit großen Problemen mit Duplicate Content sieht man eine ähnliches Rankingproblem, wie bei einer Domain, welche mit einem Penalty belegt wurde. Egal was Sie tun, die Rankings werden nicht so recht besser. Fakt ist: Google tut sich nach wie vor schwer mit doppelten oder mehrfach vorhandenen Inhalten umzugehen. Wenn sich die Suchmaschine nicht entscheiden kann, welche Version denn die richtige ist, rankt Sie im Zweifel scheinbar lieber garkeine oder die Duplikate konkurrieren sogar im Ranking gegeneinander, statt ihre Kraft zu vereinen.
Also: Sorgen Sie dafür, dass jede Seite nur unter exakt einer URL erreichbar ist!
Auf Fragen, Ergänzungen, Korrekturen freue ich mich wie immer in den Kommentaren 
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8 Kommentare
Stephan - 1. Juni 2010
super tolll das Thema angeschnitten, mach weiter so
Chris - 9. Juni 2010
Besten Dank, eine ebenso übersichtliche wie einfache Erläuterung. Gerne hätte ich noch etwas über bestimmte temporäre Abstrafungen erfahren. Meiner Erfahrung nach wird man oft “nur” für drei Monate abgestraft.
Kai - 3. November 2010
Temporäre Abstrafungen sind meist ein Warnschuß, oder man schafft es innerhalb der Penaltyzeit wieder dem Filter zu entkommen. Beispielsweise durch Veränderung der Linktexte, durch bessere Links, Umstellungen auf der Seite etc. Also quasi Problembeseitigung betreibt
Viktor Dite - 7. Januar 2011
Habe ich eine Chance eine Penalty zu bemerken, wenn ich weder Sistrix noch diverse andere kostenpflichtige Tools nutze?
Unser SEO lässt uns im dunkeln
Kai - 7. Januar 2011
Ranking-Verluste kann man auch gut im Google Webmaster Tool oder durch kostenlose Tools, wie z.b. dem KeywordMonitor.de erfassen
Viktor Dite - 7. Januar 2011
aber nicht Rückwirkend, oder?
angenommen eine Domain wird abgestraft. Betrifft das meistens die gesamte Domain oder auch mal nur eine einzelne Seite (root?)
Kai - 14. Januar 2011
Doch klar, in den Google Webmaster Tools geht das über die Zeitraum-Auswahl auch rückwirkend. Mittlerweile haben sich Penalties auf Keyword-Ebene bewährt. Es kann natürlich auch die gesamte Seite, oder einzelne Ordner treffen, am häufigsten sieht man allerdings Verschiebungen nach hinten auf einzelnen Keywords und Keyword-Clustern.
Viktor Dite - 18. Januar 2011
ich kann irgendwie nur einen Monat zurück, mehr nicht…..