Google kennt deinen Freundeskreis! Neues Feature: Social Circle and Social Content
5. Mai 2010 von Kai 1 Kommentar
Googles neuestes Social Feature namens “Social Circle”, bei dem Inhalte aus dem ‘Freundeskreis’ in den Suchergebnissen mittels einer prominenten One-Box integriert werden und somit Content aus dem näheren Umfeld eine größere Berücksichtigung findet, habe ich irgendwie bislang übersehen, ebenso wie die offizielle Ankündigung dazu!
Am Ende des Suchergebnisses erscheint plötzlich eine neue One-Box mit dem Titel: “Results from people in your social circle for direct relief international - BETA” sowie Links zu: My social circle und My social content.
Wenn ich nicht mit der Suchanfrage das neue Feature “Ähnliche Seiten zu…” auslösen wollte und nicht eine Nachricht mit dem Logo eines Mitbewerbers dort prominent platziert gewesen wäre, wär mir die Box evtl. garnicht aufgefallen.
Das bedeutet im Klartext: Google weiß wen du kennst, wessen Inhalte du gerne liest oder gar verbreitest und integriert genau dessen Inhalte anschließend prominent in deinen Suchergebnissen!
Doch woher weiß Google, wer sich in meinem näheren Umfeld befindet???
Von Datenschützern und Internetkritikern habe ich oft gehört, dass man nicht so viel von sich preis geben soll und was alles passieren kann mit privaten, personenbezogenen aber öffentlichen Daten. Grundsätzlich bin ich mir bewusst darüber und achte sehr genau darauf, was ich veröffentliche und was nicht, aber das neue Feature von Google hat mich heute irgendwie eiskalt erwischt. Wirklich erschreckend was für eine genaues Bild meiner Kontakte sich durch die Kombination der Daten ergeben, die Google bekannt sind!
Mit dem netten Hinweis
This is the network of connections Google uses to identify relevant social search results. It is based on a combination of the following:
- Direct connections from your Google chat buddies and contacts (7)
- Direct connections from links listed on your Google profile (112) such as Twitter and FriendFeed
- Secondary connections (25) that are publicly associated with your direct connections
finde ich oben erwähnte bigmouthmedia und Bob Rains beispielsweise im Bereich Direct connections from services listed on Google profile (112) scheinbar, weil ich beide in Tweets erwähnt habe. (Bob Rains followe ich zudem auf Twitter). Insgesamt fast 150 Personen.
Die Datenquellen denen sich Google bedient und dann miteinander kombiniert sind offenbar
- Das Webprotokoll, also welche Seiten habe ich besucht
- Mein Google Profil und die dort eingetragenen Webseiten und Social Media Dienste
- Das Google Profil der Webseitenbesitzer, deren Seiten ich besucht habe
- Meinen Twitter-Account und die dort eingetragen Webseite, dessen Follower und sowohl Links aus meinen Tweet, als auch Re-Tweets
Nach wie vor rätselhaft ist mir allerdings, wie Google eine Verbindung zwischen meinem Twitter-Account und meinem Google-Konto herstellen konnte. Scheinbar reicht schon das gemeinsame vorkommen der selben Webseite im Twitter-Profil und Google-Profil, in meinem Fall wäre das wohl http://www.seokai.com. Meine Kontakte aus Google-Mail sind davon scheinbar (noch) nicht betroffen.
Zweifelsohne habe ich sämtliche dieser Daten (und noch viel mehr) freiwillig und in vollstem Bewusstsein der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und dass Google die besuchten Seiten in einem Webprotokoll speichert und irgendwie in zukünftigen Suchergebnissen berücksichtigt ist auch kein Geheimnis (Stichwort: Personal Search) aber dass diese Daten derart kombiniert werden und zu solch erstaunlichen Ergebnissen führt, dessen war ich mir so bislang nicht bewusst.
Man möchte sich garnicht vorstellen, was passiert, wenn man wirklich alle öffentlichen persönlichen Daten miteinander kombinieren würde!
Wie denkt Ihr darüber?! Sinnvolles Feature?! Seht Ihr Gefahren?!
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1 Kommentar
Werblicher Name - 28. Mai 2010
Danke für den tollen Beitrag – ich fand ihn sehr inspirierend.